"Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat."

Sébastien Chamfort


Geburtstagsgeschenk
Aus einer Rundmail, Verfasser unbekannt

Die Frau des Hauses war unzufrieden mit ihrem Auto und beklagte sich darüber bei ihrem Mann:

"Kauf mir doch bitte zu meinem Geburtstag eine Überraschung, welche in 4 Sekunden oder weniger von 0 auf 100 beschleunigt", bat sie ihn. "Am liebsten in blau!"

Voller Erwartung rückte der Geburtstag näher und sie öffnete ihr Geschenkpaket. Gerüchten zufolge hat der Mann nicht überlebt, denn es war:




Das "Mutti"
von Fee Zschocke, erschienen 1988 in BRIGITTE

Meine geheimnisvolle Verwandlung vollzog sich an einem ganz normalen Montag, nachmittags 17.45 Uhr MEZ, von einer Minute auf die andere. Aus der Spezies "Frau" (w., besondere Kennzeichen: leichtsinnig, fröhlich bis albern, sinnlich, kapriziös, attraktiv, witzig, mit einem Hang zum Luxus und zum schönen Phlegma) wurde die Gattung "das Mutti" (s., besondere Kennzeichen: bieder, belastbar, besorgt, ernsthaft, genügsam, nervös, 24 Stunden voll im Einsatz).

Das Mutti ist streng geschlechtsneutral und kommt überall auf der Welt vor; gehäuft auf Kinderspielplätzen. Zu erkennen ist das Mutti an seiner bellenden oder schrillen Tonlage: "Stefan! Sofort runter da, sonst setzt es was!!", und an einem rastlosen Betätigungsdrang (bevorzugte Tätigkeiten: stricken, Rotz abwischen, backe-backe-Kuchen-machen, Mützen ab- und aufsetzen, Apfelsinen schälen, Fläschchen schütteln, Küsschen oder Knüffe verteilen). Sitzt das Mutti wider Erwarten mal ganz ruhig da, ist zumindest der Fuß in Bewegung: der schaukelt den Kinderwagen. Das Mutti tritt niemals allein auf, sondern ist stets rudelweise von seinen Jungen umgeben. Sind diese noch klein, trägt das Mutti sie in einer textilen Ausbuchtung vor Bauch und Rücken geschnallt (ähnlich dem australischen Känguruh, jedoch bewegt sich das Mutti nur selten hüpfend vorwärts). Wenn die Jungen größer sind und aufrecht gehen können, übt es geduldig die Tätigkeit des "Spazierenstehens" aus. Während das Mutti-Junge sich im Matsch suhlt, jedes Steinchen auf seine Verwendbarkeit untersucht, Grashalme frisst oder tiefsinnig sein Spiegelbild in Pfützen betrachtet, bleibt das Mutti einfach stehen. So verbringt es einen Großteil seiner Zeit, in Kälte und Nässe ausharrend, stumm, schicksalsergeben.

Mutti ist frau nicht von Geburt an, zum Mutti wird sie gemacht. Viele Frauen bezeichnen diesen Hergang als äußerst lustvoll; wahrscheinlich gibt es deshalb so viele Muttis in der Welt. Die wenigsten machen sich klar, was die Mutti-Metamorphose bedeutet. Auf jeden Fall ist es ein irreversibler Prozess: einmal Mutti - immer Mutti. Was sich auch darin ausdrückt, dass manche "Vatis" (m., besondere Kennzeichen: oft aushäusig, meist paschamäßig auf Draht und windelmäßig unerfahren, auch - oder gerade - nach der Geburt der Jungen unentwegt um die begehrenswertere Spezies "Frau" herumbalzend) es fortan neutral "Mutti" nennen. Für die Aufzucht (siehe auch "Sozialisation") sind stets wir Muttis allein zuständig - eine Aufgabe, in der wir für den Rest unseres Lebens aufzugehen haben.

Durchdrungen von der existentiellen Wichtigkeit des Brutpflegetriebs, werden wir durch ständige Adrenalinausschüttung offensichtlich jahrelang zu Höchstleistungen angetrieben. Einem Mutti - und darin erweist sich die ausgesprochene Widerstandsfähigkeit dieser äußerlich schutzbedürftigen, innerlich aber erstaunlich zähen Gattung - macht es nichts aus, drei- bis viermal pro Nacht das warme Nest zu verlassen, um die brüllenden Jungen mit Nahrung zu versorgen. Ein Mutti ödet es nicht an, täglich den immergleichen Brei zu bereiten und den immergleichen Spielplatz mit den immergleichen Mit-Muttis aufzusuchen und dort die immergleichen Gespräche zu führen.

Wer sich als Artfremder mit uns Muttis unterhalten will, fühlt sich binnen kurzem außen vor. Haben wir Muttis doch eine Art Geheim-Code entwickelt, mit dem wir uns mühelos untereinander verständigen: Da wimmelt es plötzlich von Worten wie Strampelpeterfixies, Paidi, Peaudoux oder Osh-Kosh, es gibt Duplos, den Snuggli, den Schniedelwutz oder den Pipi-Mann, die Tut-tut-Bahn, das Tatü-Tata und das Hoppe-Hoppe; da schwirren so exotische Begriffe durch die Luft wie "Apgar-Test", "Phimose", "Ur-Vertrauen", "rechtsdrehender Joghurt" oder "Drei-Monats-Koliken" ... Kurz: Besonders Jung-Muttis, die sich in ihrem früheren Dasein als Frau profiliert haben, indem sie ihr Abi mit "Eins" und ihr Examen mit "cum laude" gemacht haben, machen in der Regel eine seltsame intellektuelle Regression durch. Wie alle Muttis dieser Welt verfallen sie in eine Art frühkindlicher Stammel-Sprache, deren Hauptbestandteil das Diminutiv ist ("Will Dodolein jetzt Heia-Heia machen? Aber erst kriegt Dodolein noch ein Küssilein . . .").

Die Mutti-Metamorphose ist in allen Bereichen des täglichen Lebens spürbar. Statt "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" liest das Mutti jetzt "Die Häschenschule", statt raffiniertem "Kaninchen in Senf-Sauce" bereitet es gesunden, salzlosen Blumenkohl, statt zu "Cabaret" geht es ins Kindertheater zu "Peterchens Mondfahrt". Und beim Shopping halten wir Muttis nicht etwa nach einem getupften Ballon-Rock für uns, sondern nach einer strapazierfähigen Latzhose für das Jüngste Ausschau, genügsam, wie wir nun mal sind.

Am verblüffendsten aber ist die optische Verwandlung der Muttis. Knallenge Calvin-Klein-Jeans, spitzenbesetzte BH's unter schimmernden Seidenblusen, verführerische Stöckel oder ausgeflippte 50er-Jahre-Klamotten - alles passé. Das Mutti, ewig mit Brei bekleckert und ewig in Zeitnot, hat sein farbenfrohes Kleid abgelegt, mit dem es einst Vati zur Balz aufforderte. Bequeme Jeans, Turnschuhe, ein weites Sweatshirt - so etwa sieht der Einheits-Look des mitteleuropäischen Mutti-Tiers aus. Verhaltensforscher sprechen inzwischen schon von einem deutlich ausgeprägten "Mimikry-Effekt": Je grauer und eintöniger der Alltag des Muttis zwischen Küche-Kacke-Kindergarten ist, desto grauer und einfallsloser kleidet es sich.

Und Vati? Vati, der all das gewollt und verursacht hat? Vati schmollt. Er fühlt sich, zumindest im ersten Jahr, um all das betrogen, was ihm bis dahin lieb und teuer war: seine ungestörte Nachtruhe. Sein geregeltes Sexualleben. Seine spontanen, ausgedehnten Kneipen-Touren. Seine saubere, untadelig aufgeräumte Wohnung. Seine stets perfekt angezogene Vorzeige-Frau. Seine Vorrangstellung im Herzen derselben. Statt dessen sitzt er da mit diesem völlig fremden Wesen, dem Mutti, und leidet unter dem sogenannten "Baby-Schock" - Symptome: nächtliche Schweißausbrüche bei der ersten lautstarken Unmutsäußerung des Babys, ein heftiges, langanhaltendes Gefühl der Unzulänglichkeit dem Mutti gegenüber ("Was, zum Teufel, ist 'teiladaptierte Milch' ...?") und des Ausgeliefertseins, das oft klaustrophobische Züge annimmt ("Hier komm' ich nie mehr raus, das geht jetzt zwanzig Jahre lang so weiter ..."), nie gekannte seelische Wechselbäder von unbändigem Stolz bis zur ohnmächtigen Wut.

Unter dieser Schockeinwirkung - also im Stadium der Unzurechnungsfähigkeit - erliegen manche Väter gern der nächstbesten Versuchung, deren Name "Weib" ist, und trennen sich vom Mutti. Doch es nützt alles nichts. An einem x-beliebigen Mittwoch, um 13.34 Uhr, ist es mal wieder soweit: ein zarter Schrei - und aus einer "Frau" wird ein "Mutti" . . .




Eine spezielle Diät
Aus einer Rundmail, Verfasser unbekannt

Dies ist eine spezielle Diät, entwickelt für Menschen, um die extremen beruflichen und privaten Stress-Situationen, welche sich tagsüber zwangsläufig anhäufen, besser verarbeiten zu können:

FRÜHSTÜCK
1 Grapefruit
1 Scheibe Vollkorntoast
1 Tasse Magermilch

MITTAGESSEN
1 kleine Portion fettfreies Hähnchenfleisch
1 Tasse Spinat
1 Tasse Kräutertee
1 Stück Schokolade (als Nervennahrung)

NACHMITTAGSSNACK
... den Rest der Tafel Schokolade
1 Dose Manhattan Eiscreme mit Schokosplittern

ABENDESSEN
4 Gläser Wein (rot oder weiss)
2 Stangen Knoblauchbrot
1 Familienpizza Speziale oder 1 Riesenteller Spaghetti-Carbonara
3 Snickers oder 1 Schachtel MonCherie

MITTERNACHTSSNACK
1 ganzen Käsekuchen, gerade aus dem Kühlschrank


Schicke diese Mail an 4 Freunde weiter und du nimmst 1 kg ab. Schicke diese Mail an alle die du kennst und du nimmst 5 kg ab.
Wenn du diese Mail löschst, nimmst du sofort 5 kg zu. Das ist der Grund, warum ich die Mail weitergeschickt habe, ich wollte dieses Risiko nämlich nicht eingehen.... ;o)))




Der Mann der Tänzerin

... ist eine kleine teilweise frei erfundene Geschichte, geschrieben mit einem Augenzwinkern, als Trost an alle Männer, denen es mit ihren orienttanzsuchtinfizierten Frauen ähnlich geht.

Viel Spass damit :-)

- Verfasst von Sahida -

Auweia, ist es denn schon wieder so weit, und die schönste Zeit des Jahres steht vor der Tür? Für meine Frau sicherlich, die vorhin hoffnungsvoll und froh mit einem Stapel Prospekte unterm Arm vom Reisebüro kam, und nun eifrig am rumblättern ist, derweil im Hintergrund seltsame Musik mich berieselt (die ich gar nicht mehr richtig wahrnehme, und die so ähnlich klingt, wie ein Dutzend räudiger Katzen). Während meine Frau also in Prospekten wühlt, sich im Geiste zig neue Bauchtanzkostüme kauft, und sich in der Sonne aalt, lasse ich in Gedanken die letzten Jahre Revue passieren, während ich ganz nebenbei verstreute Pailetten mit den Füssen unter den PC-Tisch schiebe. Ach ja, Verzeihung, wie unhöflich von mir, gestatten, mein Name ist Markus S. und ich bin der geplagte Ehemann einer besonderen Spezies Frau: einer Bauchtanzsüchtigen, deren Lebensinhalt darin besteht, sich tagein, tagaus zu seltsamer Musik zu schlängeln, zu biegen und wenden, und sich komische Gewänder passend zu ebendieser Schlängelbewegungsmusik zu schneidern. Es sei ja jedem sein Hobby gegönnt, aber dieses Hobby ist inzwischen allumfassend, und ich bin froh, dass unsere Kinder geboren wurden, ehe dieses Suchtvirus "Orientalis-Tanzsmussimo" schleichend Besitz von ihr ergriff, und die Zwerge somit von Vornamen wie Aishe, Fatma u.ä. verschont wurden.

Harmlos fing es an, gaaanz harmlos, auf einer Feier sahen wir eine Bachtänzerin, und meine Frau - wie hiess sich doch gleich??? - bevor sie sich einen Künstlernahmen zulegte????? - es fällt mir bestimmt noch ein - beschloss, dies auch lernen zu wollen. Ich gönnte es ihr von Herzen (schliesslich liebe ich sie ja), und freute mich über ihr Funkeln in den Augen nach der ersten Unterrichtsstunde. Aber das war ja bloss der Anfang!!! Inzwischen funkelt es hier überall, beim Betreten unserer Wohnung sei der Gebrauch einer Sonnenbrille dringlichst empfohlen, ich erwäge bereits, Warnschilder an der Tür aufzuhängen. Nach der zweiten Unterrichtsstunde schleppte sie hier ein Münztuch an, dessen Preis vermuten liess, dass die Münzen zumindest eine 24-karätige Goldauflage hatten (später gestand sie mir, vorsichtshalber bloss die Hälfte des Preises genannt zu haben). Begeistert klingelte und schepperte sie damit rum, und nicht nur das: Sie schleppte hier ihre Freundinnen an, die genau so begeistert mitmachten. Das komische Virus war also hochgradig ansteckend, und zumindest in meinem Umfeld griff er bloss auf die Spezies Frau über. Dies allerdings mit voller Wucht.

Schnell stellte meine Frau fest, dass ein Tuch nicht reiche, und sie ein Kostüm bräuchte, und damit sie dieses Kostüm auch mal einem breiterem Publikum vorführen könne, sie zu Hause mehr üben müsse, dafür aber mehr Musik bräuchte ..... Hausarbeit verband sie schnell mit einigen Übungen, Hüftgleiten beim Bügeln, Handkreise beim Griff in die Regale nach irgendwelchen Gegenständen (meist Lehrbücher, orientalischen Teegläsern, türkische Musik-CDs, dem Cous-Cous, was sie neuerdings dauernd kochte .....). Beim Gardinenabnehmen wurden Schleierschwingübungen vollführt, beim Wischen grosse Beckenkreise, der Staubwedel wurde zu Stocktanzübungen missbraucht. Erste Auftritte folgten, puschten sie hoch, bestärkten sie in ihrem Selbstbewusstsein, das unheilbare Virus brauchte immer mehr Futter, um meine Frau glücklich sein zu lassen.

Weil ihr der Input zu Hause irgendwann nicht mehr reichte, wurde ich auf Messen mitgeschleppt. Interessanterweise rannten dort haufenweise infizierte Frauen rum, und ein verschwindend geringer Teil infizierter Männer, sowie einige ebenfalls geplagte Partner/Ehemänner. Welch Erkenntnis, ich war nicht alleine!!!!! Ein verstehender Blick, so von Mann zu Mann, während sich die besseren Hälften durch Berge von Strass wühlten, kann ja so aufbauend sein.

Irgendetwas komisches muss auf der letzten Messe mit mir passiert sein. Vielleicht lags an der geballten Ladung Viren, irgendwelche Unterarten des "Orientalis Mussimo", auf jeden Fall ist mir vor einigen Tagen was seltsames passiert: Ich schnappte mir den leeren Popcorneimer, der nach einem Videoabend ("Die Mumie", Teil zwei) auf dem Tisch rumstand, und stellte feste, dass es Spass macht, darauf rumzutrommeln.

Und nun plant meine Frau mal wieder einen Urlaub. Türkei oder Ägypten, vielleicht auch Marocco, na logo.

Mal sehen, vielleicht passt ja in meinen Koffer noch ne Tabla als Mitbringsel? Nur für mich? Aber wo finde ich bitteschön den nächsten Trommelworkshop??? Ich werde mich jetzt mal in die Fachzeitschriften meiner Frau vergraben, die hier doch irgendwo sein müssen ..... Unter einem Stoffballen werde ich schliesslich fündig, beginne nach einem Workshop zu suchen ..... Moment, was geht denn hier in meinem Kopf ab? Nein, nein, nein, ich bin immun gegen dieses Virus, völlig immun!!!!! Es kann mit nichts anhaben, aber auch gaar nichts!!!!!

"Ääääähm, Liebling, bevor du die Reiseprospekte weiterstudierst, könntest du bitte die Sayed Balaha-CD noch mal einlegen????? Danke!!!"




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